4. Mai 2012

Das Ende? – oder ein gangbarer Weg?
Erfahrungen einer Betroffenen

Als die Schlinge enger wurde, die schlaflosen Nächte und Besuche der Vollstreckungsbeamten häufiger, die Tage mühsamer, Entscheidungen wegen finanzieller Not nicht möglich waren, kam immer öfter der Gedanke – Insolvenz.

Ist es das was Dir bevorsteht? Ist es das, was Du wirst tun müssen?

Insolvenz – Das Gespenst, das in aller Munde ist. Man hört darüber im Fernsehen, man liest es in der Zeitung, man spricht darüber mit Bekannten und Freunden, mehr oder weniger verhalten oder ehrlich. Und dann spricht man es das erste Mal selbst aus: „Es könnte sein, dass ich das machen muss. (Umgangssprachlich heißt es ja immer noch: Insolvenz machen). Ich erschrak vor diesem Satz.
Es dauerte Tage bis ich mich davon erholt hatte und dann begann ich darüber nachzudenken und Fragen über Fragen kreisten in meinem Kopf. Was wird mit der Familie, wie wird der Partner, wie werden die Kinder das alles verkraften? Was machen die Mitarbeiter, deren Leben eng mit dem Arbeitsplatz verbunden ist? Die Scham, aber auch der Ärger und die Wut gescheitert zu sein ergriff von mir Besitz.
Lebst du weiter an dem Platz an dem du stehst oder flüchtest du vor allem? Und dann die Frage „wovor willst du eigentlich fliehen ?“ Darauf hatte ich keine Antwort. Insolvenz- so etwas hatte ich noch nie gemacht, wie geht das, was erwartet dich? Ich hatte keine Erfahrung.
mir wurde klar, ich brauchte

Hilfe und Information

und zwar kompetente Hilfe. Ich begriff, ich brauchte keine Insolvenz mehr „machen“. Die war schon da, ich musste lernen damit umzugehen!
Nach den ersten Gesprächen mit Fachleuten begann ich zu verstehen, es gab einen Weg und ich musste mich entscheiden, den ersten Schritt zu tun, den Gang zum Amtsgericht gehen, Insolvenz anmelden, es öffentlich machen! Ich machte mich

Auf den (dem) Weg

Dieser lag völlig im Dunkeln, aber es war ein Weg. Vorher war da keiner, es gab nur Kreisverkehr. Mit Hilfe der gesetzlichen Möglichkeiten konnte ich diesen Kreisverkehr verlassen. Neue Erfahrungen und Lernprozesse (teilweise schmerzhaft) waren unumgänglich. Die Rahmenbedingungen veränderten sich, aber es gab sie wieder!
Irgendwann Zweifel, hast du es richtig gemacht, hättest du es nicht doch schaffen können, Ratschläge von Freunden und Bekannten bis hin zu dem Rat, die Insolvenz wieder zurückzuziehen, taten ihr Übriges. Aber ich fand Unterstützung und Aufrichtung an Stellen, wo ich diese nicht vermutet hätte! Ich begann mich wieder freier zu fühlen, war nicht mehr so gelähmt. Ich gehe weiter auf dem eingeschlagenen Weg, er ist nicht immer eben und leicht zu bewältigen aber die Zuversicht ist da

Der Weg ist gangbar!

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