10. August 2011

Seit fast zwei Jahren diskutieren wir in unserem Blog die Frage nach dem Verdienst in einem Insolvenzverfahren. Die Durchsicht der vielen interessanten Beiträge zeigt, dass eine Zusammenfassung Not tut: Die Fragen in den neueren Beiträgen ließen sich beim Lesen aller Kommentare beantworten. Daher hier eine Zusammenfassung aller wichtigen Aspekte:

In einem Insolvenzverfahren ist der davon Betroffene verpflichtet, seine Gläubiger so gut es geht zu bedienen. Gleichzeitig soll dabei sicher gestellt werden, das der Schuldner – so wird jeder von einer Insolvenz Betroffene im Gesetz, der Insolvenzordnung, nun einmal genannt – und seine Familie überleben können, vielleicht auf niedrigem Niveau. Doch war es in der Vergangenheit nicht so, dass mehr Geld ausgegeben wurde, als zur Verfügung stand?

Nun ist es sicher so, dass uns die Politik das seit Jahrzehnten vormacht. In der jüngsten Vergangenheit hat die Regierung der USA die Schuldenobergrenze gerade mal um Zweitausenddreihundert-Milliarden Dollar (!) angehoben. Wer glaubt daran, dass diese Möglichkeit nicht auch ausgenutzt werden wird?

Zurück zum Thema: Der Treuhänder in dem Insolvenzverfahren ist verpflichtet, das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen zu versilbern und den Erlös an die Gläubiger zu verteilen. Da werden die wertvollen Teppiche, Autos etc. verkauft, Lebensversicherungen gekündigt und und und… (Vergleiche hierzu “ene men meck- was ist alles weg?”).

Und jeder Betroffene tritt den pfändbaren Anteil seines Einkommens für die Dauer von 6 Jahren an den Treuhänder ab, um in den Genuss der Restschuldbefreiung kommen zu können. Die Höhe des pfändbaren Anteils des Einkommens ergibt sich aus der Pfändungstabelle. Die Grenzen sind erst kürzlich, am 01. Juli, angehoben worden. Ein aus meiner Sicht ganz wichtiger Aspekt ist aber die Fetsstellung: Auch wenn mein Einkommen über der Pfändungsgrenze liegt, bleibt ein Teil des Mehrverdienstes bei mir!  Und was ist falsch daran, dass ein Teil meines Einkommens für die Gläubiger verbleibt, bei denen ich in der Vergangenheit in der Kreide stand?

Mein Appell: Verdienen Sie so viel wie möglich, dann bleibt auch “viel daheim”

Ich freue mich auf weiterhin anregende Beiträge

Johann Coenen

Auf>Richtung e.V.

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