13. Juli 2009

Vor 500 Jahren wurde Calvin geboren. Ihm geht der Ruf voraus, dass er die Grundlage des Kapitalismus gelegt habe. Außerdem wird Ihm angelastet, dass in einigen christlichen Gruppen Reichtum ein Zeichen für Erwählung sei.

In der Tat hat sich Calvin intensiv mit mit der Frage befasst, wie sich wirtschaftliche Abhängigkeiten auf die persönlichen Beziehungen in der Gemeinde auswirken. Er fragte sich auch,  ob Zinsen mit der Heiligen-Schrift vereinbar sind. Er bejahte das, stellte aber einige wichtige Bedingungen, die es auch heute wert sind beherzigt zu werden.

  • Der Zinssatz muss mäßig sein!
  • Darlehen an Arme müssen zinslos sein!
  • Es dürfen keine unangemessenen Sicherheiten verlangt werden!

Ihm ging es darum, dass Bedürftige durch zu hohe Zinssätze und knebelnde Sicherheiten nicht in einen dauerhafte Unterdrückung gezwungen werden können. Mit diesen Standards war er ohne Zweifel sehr modern.

Die durchaus verbreitete Idee, dass ein gefülltes Bankkonto ein Beweis für  „Erwählung“ sei, stammt hingegen nicht von Calvin. Es ist eine spätere, m.E. unerlaubte Ausdeutung von Calvins Lehre der „Gnadenwahl“, die besagt, dass einige Menschen von Gott im Vorhinein zum ewigen Heil berufen seien.

Die Frage, ob sich der Kapitalismus aus Calvins Wirken ableiten lässt, wird heute kontrovers diskutiert. Kontrovers ist auch Calvins moralischer Rigorismus.

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