8. Mai 2009
Wie schaffen es Eltern in dem Durcheinander einer akuten persönlichen Krise ihre Kinder vor den Folgen zu schützen und sie zu unterstützen? Diese Frage stellen sich alle Frauen und Männer, deren Leben plötzlich zerbricht, sei es durch Trennung, Krankheit, Arbeitsverlust oder Insolvenz.
Kinder nehmen sehr genau wahr, was auf der Ebene der Erwachsenen los ist.
- Wie ist die Stimmung?
- Gibt es zwischen den Erwachsenen Spannungen und Streit?
- Sind die Eltern unglücklich?
- Haben die Erwachsenen Angst und wissen auch nicht mehr weiter?
Wenn Kinder merken, dass ihre Eltern die Tatsachen vor ihnen verbergen wollen, entwickeln sie Zukunftsängste, fürchten, die Eltern und ihre Liebe, ihren Schutz zu verlieren. Häufig fühlen sie sich auch für die Situation verantwortlich.
Wie soll man nun damit umgehen?
- Vor allem ist wichtig, dass sie Ihre Sorgen nicht bei Ihren Kindern abladen, sie als Vertraute und Ratgeber missbrauchen. Ihre Kinder würden dadurch den Eindruck erhalten, dass Sie nicht in der Lage sind, sie zu schützen!
- Wenn Sie in einer ausweglosen Situation sind, versuchen Sie nicht, Ihren Kindern etwas vorzuspielen! Sie sollten mit ihnen darüber sprechen! Trauen Sie ihnen zu, dass sie die Wahrheit besser ertragen als Angstfantasien, die sie sonst entwickeln werden! Informieren Sie Ihre Kinder in altersgemäßer Form. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie das machen sollen, holen Sie sich Rat oder Hilfe. Ihre Kinder können und sollen Ihr Problem nicht mit lösen. Machen Sie ihnen das ganz deutlich! Das wird sie entlasten.
- Wichtig ist auch, dass Ihre Kinder erfahren und sehen, dass Sie daran arbeiten ,die akute Krise , wenn nötig mit fremder Hilfe, in den Griff zu bekommen! Zeigen Sie ihnen, dass man Schwierigkeiten überwinden und man sich an neue Gegebenheiten erfolgreich anpassen kann. So geben Sie Ihren Kindern ein positives Beispiel dafür, dass es möglich ist zu scheitern und doch wieder aufzustehen und erfolgreich weiter zu leben.
- Zum Schluss noch eine Selbstverständlichkeit, die aber oft schwer umzusetzen ist. Lassen Sie Ihre Sorgen nie in Form von schlechter Laune an Ihren Kindern aus! Die suchen die Schuld dafür nämlich bei sich!



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Sehr geehrter Herr Bohrisch,
danke für diese Ausführung. Sie haben uns gestern im Gruppengespräch auf den Beitrag hingewiesen und dieses Thema auch ausführlich behandelt. Wir fanden sehr viel “Aufrichtendes” dabei. Danach haben wir unsere 11 jährige Tochter (die anderen Kinder waren bzw. wollten zu Freunden)gefragt, ob sie weiß, was wir in diesem “Seminar” machen. Sie haben Recht, Kinder spüren sehr genau, was in den Eltern vorgeht. Sie sagte:”Ihr lernt da, was wir tun können, wenn wir mit der Firma untergehen.” Dann lachte sie und fügte hinzu:” Das klingt jetzt so komisch. Wir gehen ja nicht unter. Ich meine die Firma vielleicht aber wir ja nicht.”
Schon im Gruppengespräch haben wir erkennen dürfen, dass wir viel “richtig” gemacht haben(und speziell mir wurde bewusst, dass ich das ruhig auch mal so annehmen darf).
Es tat gut zu hören, dass unsere Tochter weiß, dass das “Boot” Firma uns zwar auf dem Wasser trägt aber dass, selbst wenn es untergehen sollte, wir lernen können und Möglichkeiten finden werden auch ohne es “über Wasser zu bleiben”. Unsere Ängste haben uns zwar manchmal gedanklich in die Tiefe gerissen aber wir sind froh und dankbar, dass unsere Suche nach Möglichkeiten stärker ist und wir Hilfe angeboten bekommen und annehmen können.
Bei allem was in letzter Zeit nicht gut gelaufen ist tut es gut - sehr gut - zu sehen, dass wir auch einiges(uns sehr wichtiges) gut gemacht haben. Das richtet auf!
DANKE - dem ganzen Team des Vereins sowie den Mitgliedern der Gruppe für die Synergien die entstehen konnten!
DANKE den Gründern des Vereins für die Einbringung ihrer Zeit, ihres Wissen und ihrer Erfahrung.
Simone
9. Mai 2009
02.
@Simone,
vielen Dank für diese Rückmeldung aus Ihrer Familie. Für mich ist es wieder wunderbar zu sehen, wie sehr es sich doch lohnt, den Kindern zuzuhören, ihrer Unbedarftheit, mit der sie noch unverstellt, pur und in wunderbaren „Bildern“ die Welt, die sie fühlend erleben, so klar beschreiben können.
Bärbel Rapp
10. Mai 2009
03.
Liebe Simone,
Ihre freundliche Rückmeldung hat mich berührt und ich habe mich gefreut. Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher emotionalen und intellektuellen Klarheit Kinder ihre Welt wahrnehmen. Wir Erwachsenen können oft davon lernen. Spannend finde ich, dass Ihre Tochter mit der Metapher des Untergehens und Schwimmens ein Bild verwendet, das auch ich in einem parallelen Beitrag zu Fehlerfreundlichkeit und Resilienz in unserem Blog http://www.br-systemberatung.de benutzt habe. Es beschreibt in anschaulicher Weise die Fähigkeit von Menschen, sich einer veränderten Situation anzupassen.
Viele Grüße auch an Ihre Familie!
Eberhard Bohrisch
Eberhard Bohrisch
10. Mai 2009
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