5. Februar 2009
Ein Beitrag zur Finanz- und Wirtschaftskrise? Nein. Der Autor beschäftigt sich mit den Ursachen, die in einer Schuldenfalle enden können und zeichnet Wege auf, auch mit Hilfe Auf-Richtung, Initiative zur Insolvenzbewältigung e.V. aus dem Scheitern einen Neustart zu versuchen.
Schon wieder ein Beitrag zur Finanz-, Wirtschafts- oder Bankenkrise? Nein. Vielmehr setzt sich dieser Artikel mit denkbaren Ursachen des Scheiterns im wirtschaftlichen Bereich auseinander und möchte dazu anregen, ein solches Scheitern als Chance anzunehmen. Ich möchte Wege aufzeigen, die geeignet sind, trotz der momentan ausweglos erscheinenden Situation den Mut zu entwickeln, eine bessere Zukunft zu gestalten. Lesen Sie also bitte weiter!
Nach statistischen Untersuchungen sind in Deutschland etwa drei Millionen Haushalte überschuldet. Somit sind etwa sechs Millionen Menschen betroffen. Menschen, die vielleicht ein wenig zu schnell am Samstag Vormittag verlockende Angebote, annehmen, die mit Slogans beworben werden wie: „Geiz ist geil“, „Ich bin doch nicht blöd“ oder „Null-Finanzierung“.
Hinter all diesen Angeboten verbergen sich natürlich wirtschaftliche Interessen. Selbst die Politik hat ja erkannt, dass wir, die Bürger in Deutschland, zu wenig Geld ausgeben. Umschrieben wird dies mit einem Begriff, der gute Chancen hat, zum Wort des Jahres gekürt zu werden: „Konsumkrise“. Da wurde überlegt, ob Konsumgutscheine helfen oder bei Abschaffung der KFZ-Steuer für ein bis zwei Jahre ein „Neuer“ in die Garage kommt.
Die Menschen, um die es uns jetzt geht, geben nicht zu wenig, sondern zu viel Geld aus, nämlich mehr, als der eigene Geldbeutel hergibt. Wer von uns hat nicht bereits davon gehört oder gelesen, dass vor allem junge Menschen durch „ultra-günstige“ Handy-Verträge von der Schuldenfalle besonders betroffen sind?
Die Folgen sind absehbar: Der Vertrag wird gekündigt – das Handy ist tot, die Kosten laufen trotzdem weiter. Die auf Pump gebuchte Urlaubsreise war schön. Aber sie ist vorbei – und noch nicht bezahlt. Ebenso wenig der Preis für den tollen Flachbildschirm, der nach drei Jahren kaputt ist, aber wegen der Null-Prozent-Finanzierung vielleicht fünf Jahre lang bezahlt werden muss. Wenn dann der Gerichtsvollzieher das erste Mal klingelt, bin ich bereits mitten drin in der Schuldenfalle. Als würde ich über eine Wiese laufen, während links und rechts von mir Blitze einschlagen. Fast unmöglich, hier heil raus zu kommen? Doch!
Seit ziemlich genau zehn Jahren gibt es in Deutschland die Insolvenzordnung mit der Möglichkeit, sich von seinen Schulden befreien zu lassen. Wie, einfach so? Nein, natürlich nicht. Ein erster Schritt findet im Kopf statt. Ich muss mir klar darüber werden, dass es so nicht weiter gehen kann. Das setzt schon einigen Mut voraus, den Mut nämlich, mit anderen, die ich bisher nicht kannte, darüber zu sprechen, mich also zu bekennen. Dann ist es sinnvoll, Ordnung in das Chaos zu bringen, also die ganzen Rechnungen und Mahnungen zu sortieren. Wer ist es, der Geld von mir will und wie viel? Kann ich mich mit den vielen verschiedenen Gläubigern verständigen auf Raten, die ich mir auch wirklich leisten kann? Wie viel kann ich mir überhaupt leisten? Mal Hand auf´s Herz: Wer führt eigentlich ein Haushaltsbuch, aus dem sich Einnahmen und Ausgaben klar ergeben und aus dem deutlich wird, wie viel für den Konsum übrig bleibt?
Interesse geweckt? Fortsetzung folgt!



Kommentare >
Kommentar schreiben01.
Ein weiteres Problem ist, dass Betrug heute nicht unbedingt illegal ist. Erst gestern wäre ich fast wieder in eine Falle gelaufen, als ich mir einen Media-Player aus dem Internet laden wollte. Aus rein paranoiden Gründen lese ich mir immer die AGB’s KOMPLETT durch und fand IM KLEINGEDRUCKTEN DER AGB, dass ich damit einen Vertrag über eine Zahlung von 8 € über einen Zeitraum von 12 Monaten abschließen würde. Dies stand wie gesagt nicht in den üblichen Abschnitten der AGB sondern im KLeingedruckten ganz unten.
Eigenverantwortung in allen Ehren, aber sollte da unser lieber Staat nicht mal etwas dagegen tun? Oder kann er nicht, weil er vor lauter Beschlüssen, Paragraphen, Rechtsbehelfen die Übersicht verloren hat, die Schlupflöcher nicht mehr findet?
Das sekbe Problem findet sich bei Handy. Ich muss nur aus Versehen an eine Taste kommen, schon bin ich – ohne es zu merken – im Internet und wundere mich dann über eine Telefonrechnung von 1.000 €.
Auf der einen Seite gehe ich wählen, zahle Steuern, und dann schaftt es das von mir gewählte und mitfinanzieret System nicht mal, einem Handyhersteller zu sagen, dass er die entsprechende Taste am Handy, um ins Internet zu gelangen, gut sichtbar ausweist?
Wenn es halblegalen Betrügern so leicht gemacht wird, ist es kein Wunder, dass
a) immer mehr Menschen in Schuldenfallen tappen und
b) immer mehr Menschen versuchen, auch ihr Stück vom Kuchen zu bekommen und selbst zum Betrüger werden.
Sebastian
12. März 2009
02.
Interessant zu lesen
Rausch
15. Mai 2009
Kommentar schreiben >